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12. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Seegrundstück am Chiemsee kaufen: Realistische Erwartungen

Ein Grundstück direkt am Wasser ist der Traum vieler Käufer. Warum er so selten wahr wird, was Alternativen sind und wie man trotzdem zum Zug kommt.

Steg am Chiemsee bei Sonnenaufgang

Die Anfrage kommt bei uns jede Woche: Ein Grundstück direkt am Chiemsee, mit eigenem Seezugang, zum Bauen. Wir nehmen jede dieser Anfragen ernst und in die Vormerkkartei auf. Aber wir sagen auch von Anfang an, wie die Chancen stehen. Dieser Artikel tut dasselbe.

Warum Seegrundstücke so selten sind

Der Chiemsee hat rund 64 Kilometer Uferlinie. Ein großer Teil davon ist Naturschutzgebiet: das Achendelta bei Übersee, die Hirschauer Bucht bei Grabenstätt, große Teile des Nord- und Ostufers, die Halbinsel Urfahrn bei Breitbrunn. Weitere Abschnitte sind Strandbäder, Häfen, Campingplätze oder Landwirtschaft im Außenbereich, wo nicht gebaut werden darf. Was übrig bleibt, sind wenige Kilometer bebaubares Ufer in den Ortskernen, und die sind seit Jahrzehnten bebaut.

Ein unbebautes Ufergrundstück mit Baurecht kommt am Chiemsee alle paar Jahre auf den Markt, wenn überhaupt. Meist wechselt es den Besitzer, bevor ein Exposé existiert. Realistisch ist der Kauf eines bebauten Ufergrundstücks mit Bestandsgebäude, das man saniert oder unter Auflagen ersetzt.

Was ein Seegrundstück kostet

Bodenrichtwerte in guten Lagen der Seegemeinden liegen 2026 bei rund 1.000 bis 1.300 €/m². Für direkte Uferlage gelten diese Werte nicht, hier bestimmt der Einzelfall den Preis, und er liegt regelmäßig beim Mehrfachen. Ein bebautes Grundstück mit 1.500 m² am Ufer und älterem Haus wird am Chiemsee kaum unter drei Millionen Euro angeboten, in Prien, Gstadt oder Breitbrunn deutlich darüber.

Auflagen, mit denen Sie rechnen müssen

  • Uferschutz. Am Chiemsee gilt ein Bauverbot in einem Streifen entlang des Ufers, Ausnahmen brauchen Genehmigung. Bestehende Gebäude haben Bestandsschutz, Neubauten oft nicht dieselbe Nähe zum Wasser.
  • Landschaftsschutz. Weite Teile des Seeufers liegen im Landschaftsschutzgebiet. Dort sind Erweiterungen, Bootshäuser und Stege genehmigungspflichtig und werden restriktiv behandelt.
  • Steg und Bootsliegeplatz. Ein eigener Steg ist nicht automatisch Teil des Grundstücks. Bestehende Stege haben meist eine Genehmigung, die an das Grundstück gebunden ist. Neue werden kaum noch erteilt.
  • Hochwasser. Der Chiemsee hat Hochwasser, zuletzt deutlich 2013 und 2024. Ufergrundstücke liegen häufig in Überschwemmungsgebieten, was Bauen und Versicherung beeinflusst.

Die Alternativen

Wer den See will, aber kein Ufergrundstück findet, hat drei realistische Wege. Erstens: Seeblick statt Seezugang. Grundstücke in zweiter oder dritter Reihe mit freiem Blick über den See, etwa in Hittenkirchen, Westerbuchberg oder auf den Anhöhen um Chieming, kosten einen Bruchteil und bieten oft die bessere Aussicht, weil man über den See auf die Berge schaut statt umgekehrt.

Zweitens: Wohnung mit Seeblick in Ufernähe. In Prien-Stock, Gstadt oder am Chieminger Ufer gibt es Wohnanlagen mit direktem Zugang zum Wasser, oft mit Bootsliegeplatz der Gemeinschaft. Drittens: Ein Grundstück an einem der kleineren Seen im Chiemgau. Wir haben ein Haus direkt am Tachinger See vermittelt und kennen den Markt an Waginger See, Klostersee Seeon und den Eggstätter Seen.

Wie man trotzdem zum Zug kommt

Seegrundstücke werden am Chiemsee über Beziehungen verkauft, nicht über Portale. Wer bei einem Makler vorgemerkt ist, der seit Jahrzehnten am See arbeitet, erfährt es, wenn sich etwas bewegt. Bei uns können Sie sich mit konkreten Vorstellungen eintragen lassen: Budget, Ort, Grundstücksgröße, bebaut oder unbebaut. Wenn etwas passt, rufen wir an, bevor wir inserieren.

Geschrieben von

Chiemsee Immobilien, Chieming

Familiengeführter Makler und Bauträger am Chiemsee seit 1971. Preisangaben in diesem Artikel sind gerundete Angebotspreise der Portale, Stand 2026, keine Verkaufspreise. Rechtliche Hinweise ohne Gewähr.

Fragen? Sprechen Sie uns an

Kurz beantwortet

Gibt es am Chiemsee noch unbebaute Seegrundstücke?

Praktisch nicht. Das bebaubare Ufer ist seit Jahrzehnten bebaut, der Rest steht unter Natur- oder Landschaftsschutz. Realistisch ist der Kauf eines bebauten Ufergrundstücks mit Bestandsgebäude.

Was kostet ein Grundstück am Chiemsee mit Seezugang?

Bebaute Ufergrundstücke werden 2026 kaum unter drei Millionen Euro angeboten, in Prien, Gstadt und Breitbrunn deutlich darüber. Bodenrichtwerte in guten Lagen ohne Uferlage liegen bei rund 1.000 bis 1.300 €/m².

Darf ich auf einem Seegrundstück neu bauen?

Nur mit Genehmigung und unter Auflagen. Uferschutzstreifen, Landschaftsschutz und Überschwemmungsgebiete beschränken Neubauten deutlich. Bestandsgebäude haben Bestandsschutz, der bei Abriss und Neubau verloren gehen kann.

Gehört ein Steg zum Grundstück?

Nicht automatisch. Bestehende Stege haben meist eine wasserrechtliche Genehmigung, die an das Grundstück gebunden ist und beim Verkauf übergeht. Neue Stege werden am Chiemsee kaum noch genehmigt.