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12. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Immobilienpreise am Chiemsee 2026: Was Häuser und Wohnungen kosten

Ein ehrlicher Blick auf die Preise rund um den See. Ort für Ort, mit Einordnung, was die Zahlen bedeuten und was nicht.

Luftaufnahme des Chiemsees mit Marina und Bergen

Wer nach Immobilienpreisen am Chiemsee sucht, findet viele Zahlen und wenig Einordnung. Portale rechnen Durchschnitte aus Angeboten, nicht aus Verkäufen. Bei einem Ort mit zwanzig Verkäufen im Jahr verschiebt eine einzelne Villa den Schnitt um mehrere hundert Euro pro Quadratmeter. Wir arbeiten seit 1971 hier und wollen in diesem Artikel beides liefern: die Zahlen und das, was man wissen muss, um sie zu lesen.

Die Preise im Überblick

Die folgende Tabelle fasst die durchschnittlichen Angebotspreise pro Quadratmeter Wohnfläche zusammen, wie sie die großen Portale im Frühjahr und Sommer 2026 ausweisen. Gerundet, weil die Genauigkeit der Quellen nichts anderes hergibt.

OrtHäuserWohnungenKaltmiete
Breitbrunn5.500 bis 7.000 €5.500 bis 6.500 €12 bis 14 €
Gstadt5.500 bis 6.500 €5.500 bis 6.200 €12 bis 14 €
Bernau4.700 bis 6.200 €5.000 bis 5.200 €12 bis 14 €
Prien4.800 bis 6.000 €5.000 bis 5.600 €13 bis 16 €
Chieming5.200 bis 5.800 €4.600 bis 5.100 €12 bis 14 €
Seebruck5.000 bis 5.500 €4.500 bis 5.200 €11 bis 13 €
Übersee4.800 bis 5.500 €4.700 bis 5.200 €11 bis 13 €
Grabenstätt4.300 bis 5.000 €4.000 bis 4.700 €11 bis 13 €
Traunstein4.400 bis 5.100 €5.000 bis 5.500 €11 bis 13 €
Traunreut3.200 bis 3.500 €3.500 bis 3.800 €9 bis 11 €
Trostberg3.100 bis 3.500 €3.300 bis 3.700 €9 bis 11 €

Angebotspreise pro m² Wohnfläche laut ImmoScout24, immowelt und immoportal, Stand 2026, gerundet. Keine Verkaufspreise.

Was die Zahlen zeigen

Drei Muster fallen auf. Erstens: Das Nordufer mit Breitbrunn und Gstadt ist am teuersten, obwohl es die kleinsten Orte sind. Das liegt am knappen Angebot und an Lagen mit Seeblick, die es sonst nirgends gibt. Zweitens: Prien hat die höchsten Mieten, weil Bahnhof, Kurbetrieb und Klinik für konstante Nachfrage sorgen. Drittens: Zwischen Seeufer und Hinterland liegen bei Häusern rund 40 Prozent. Wer in Trostberg oder Traunreut kauft, bekommt für das Geld eines Chieminger Reihenhauses ein freistehendes Einfamilienhaus mit Garten.

Traunstein ist der Sonderfall. Bei Wohnungen liegt die Kreisstadt auf Seeniveau, bei Häusern deutlich darunter. Klinikum, Behörden und Bahnhof tragen den Wohnungsmarkt, während Häuser mit Grundstück hier weniger von Zweitwohnsitzern nachgefragt werden als am See.

Wie sich die Preise entwickelt haben

Bis 2022 kannten die Preise am Chiemsee nur eine Richtung. Mit der Zinswende kam die Korrektur: Häuser in Chieming verloren laut ImmoScout24 vom Hoch Anfang 2022 bis 2026 rund acht Prozent, in Prien und Bernau war es ähnlich. Wohnungen hielten sich besser. Seit 2025 ist der Markt stabil, in einzelnen Orten wie Bernau ziehen die Wohnungspreise wieder an. Über fünf Jahre gesehen steht der Chiemsee laut immowelt bei einem Plus von rund sieben Prozent, Übersee bei plus eins.

Was das bedeutet: Der Chiemsee ist kein Markt für schnelle Gewinne, aber ein sehr stabiler. Wer hier vor 2020 gekauft hat, liegt trotz Korrektur im Plus. Wer heute kauft, kauft zu Preisen, die sich nach der Korrektur gefunden haben.

Was den Preis einer einzelnen Immobilie bestimmt

Durchschnitte helfen bei der Orientierung, nicht bei der Bewertung. Am Chiemsee bewegen fünf Faktoren den Preis stärker als überall sonst:

  • Seeblick und Seenähe. Der Unterschied zwischen erster und dritter Reihe kann bei Wohnungen 30 Prozent betragen, bei Häusern mehr.
  • Bergblick. Am Südufer in Bernau und Übersee zählt der Blick auf Kampenwand und Hochgern fast so viel wie der See.
  • Grundstück. Bauland ist knapp. Ein Haus auf 1.000 m² ist nicht doppelt so viel wert wie auf 500 m², aber deutlich mehr, weil Teilung oder Nachverdichtung möglich sein können.
  • Zustand und Energie. Häuser aus den 60ern und 70ern mit alter Heizung werden 2026 spürbar mit Abschlag gehandelt. Käufer rechnen die Sanierung mit ein.
  • Anbindung. Bahnhof in Prien, Übersee oder Traunstein und Autobahnanschluss in Bernau, Grabenstätt oder Übersee sind für Pendler ein Preisfaktor.

Unser Rat

Wenn Sie verkaufen möchten: Lassen Sie sich nicht vom Portaldurchschnitt leiten, weder nach oben noch nach unten. Wir sehen uns Ihre Immobilie an, vergleichen mit tatsächlichen Verkäufen aus unserer Kartei und sagen Ihnen, was realistisch ist. Wenn Sie kaufen möchten: Rechnen Sie mit Geduld. Gute Objekte am See werden oft vermittelt, bevor sie ein Portal erreichen. Wer bei uns vorgemerkt ist, erfährt es zuerst.

Geschrieben von

Chiemsee Immobilien, Chieming

Familiengeführter Makler und Bauträger am Chiemsee seit 1971. Preisangaben in diesem Artikel sind gerundete Angebotspreise der Portale, Stand 2026, keine Verkaufspreise. Rechtliche Hinweise ohne Gewähr.

Fragen? Sprechen Sie uns an

Kurz beantwortet

Wo ist es am Chiemsee am teuersten?

Nach Angebotspreisen 2026 in Breitbrunn und Gstadt am Nordufer, gefolgt von Bernau und Prien. Innerhalb der Orte sind Ufernähe und Seeblick die entscheidenden Faktoren.

Wo ist es am günstigsten?

Im Hinterland: Trostberg und Traunreut liegen rund 40 Prozent unter dem Seeufer. Am See selbst ist Grabenstätt der zugänglichste Ort.

Steigen die Preise am Chiemsee wieder?

Seit 2025 ist der Markt stabil, in einzelnen Orten ziehen Wohnungspreise leicht an. Eine Rückkehr zu den Sprüngen vor 2022 erwarten wir nicht. Der Chiemsee bleibt ein Markt für Wertstabilität, nicht für Spekulation.

Sind Portalpreise verlässlich?

Als Orientierung ja, als Bewertung nein. Sie zeigen Angebote, nicht Verkäufe, und bei kleinen Orten bewegen einzelne Objekte den Durchschnitt stark. Für eine belastbare Zahl braucht es eine Besichtigung und Vergleichsverkäufe.